27.01.2012 17.00 Uhr Kleine Kultur(n)halle
Gemeinde ehrte auf Neujahrsempfang Bürger für ihr Ehrenamt

Es ist gute Tradition in Emmerthal, das beim Neujahrsempfang der Gemeinde Bürger für ihr Ehremamt geehrt werden. Und so hat auch diesem Jahr Bürgermeister Andreas Grossmann Vertreter der Emmerthaler Vereine und Verbände, die Kommandoführer der Feuerwehren, sowie die Rats- und Ortsratsmitglieder in der Kleine Kulturn(n)halle eingeladen, um im Beisein von Landrat Rüdiger Butte und Vertretern der Landespolitik einen Rückblick auf das vergangene Jahr zu halten.

Begrüßt wurden die Gäste vom Ratsvorsitzenden Reinhard Feyer.
Der Bürgermeister hob in seiner Rede einige Ereignisse hervor die Emmerthal 2011 bewegten, wie im Energiebereich das Umdenken in der Atompolitik nach der Katastrophe in Fukushima, die Gründung einer Netzgesellschaft mit den Partnergemeinden Aerzen, Coppenbrügge und Salzhemmendorf sowie die Inbetriebnahme des Blockheizwerkes in Kirchohsen. Aber auch Börrys Platzierung beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukünft", das überregional beachtete erste Bildungshaus Kirchohsen sowie die Grundsteinlegung und das Richtfest für das Seniorenheim für Demenzkranke "Haus Lydia" fand Erwähnung.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Duo Cantabilé. Lisa Oefler an der Querflöte und Mirco Ahrens (Gitarre) beeindruckten mit klassischen Werken wie dem "Allegretto" von Gaetano Orsini, das die Diashow der "Bilder des Jahres 2011" begleitete.

Vorgestellt und geehrt wurde die Jugendrotkreuz Gruppe Amelgatzen, die zum wiederholten Male 2011 Landessieger wurden.

Ebenfalls auf Landesebene ganz vorn platzierte sie die Jugendfeuerwehr Esperde bei einem Wettberwerb der Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen, bei dem es um das Thema Verkehrssicherheit ging.

Für ihre besonderen Leistungen an der Johann-Comenius-Schule bekamen Saskia Lenk, Simon Kunze und Marcel Philipp Kinogutscheine.

Der Ehrenteller, die höchste Auszeichnung Emmerthals, geht in diesem Jahr an zwei Emmerthaler Urgesteine aus ganz verschiedenen Bereichen. Bernd Brinkmann wurde für seine Verdienste um den Feuerwehr Musikzug Welsede und seine langjährige Tätigkeit als Gemeindestabführer von Andreas Grossmann geehrt. Stephan Kutschera erhält die Ehrung für seine Verdienste als Spartenleiter der Handballsparte der TSG Emmerthal und sein außerordentliches Engagement in der Jugendarbeit.
Weitere Bilder sowie die gesamte Rede von Bürgermeister Andreas Grossmann finden Sie nachfolgend:


Alle Bilder des Abends finden Sie in unserer Galerie.
Rede Neujahrsempfang 2012
Es gilt das gesprochene Wort
Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Gäste!
Herzlich Willkommen zum diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde Emmerthal. Vielen Dank, dass Sie auch in diesem Jahr wieder so zahlreich unserer Einladung gefolgt sind.
Dabei darf ich auch wieder eine ganze Reihe von Ehrengästen begrüßen, wobei Sie mir sicherlich nachsehen, wenn ich nur einige namentlich nenne. Ich begrüße unsere Abgeordneten aus dem Niedersächsischen Landtag, Frau Ursula Körtner und Herrn Ulrich Watermann, unseren Landrat Rüdiger Butte sowie unseren ehemaligen Bürgermeister, Herrn Gerd Feldmann.
Musikalisch begleitet uns heute Lisa Oefler, ein hoffnungsvolles Musiktalent aus Hagenohsen, die sich zusammen mit Mirco Ahrens das „Duo Cantabile“ nennen.
Ich übertreibe wohl nicht, wenn ich behaupte, dass wir ein sehr turbulentes Jahr hinter uns haben. Da sind die geopolitischen Geschehen wie z. B. der arabische Frühling, von dem wir alle noch nicht wissen, welche Auswirkungen er langfristig auf die politische Weltordnung haben wird, die schrecklichen Ereignisse um Fukushima, die ein radikales Umdenken in der zumindest deutschen Energiepolitik nach sich zog und uns mit dem Jahr 2021 das Abschalten des Kernkraftwerkes Grohnde bescherte. Da war und ist die europäische Schulden- und damit auch Eurokrise, von der wohl auch niemand weiß, ob bzw. wann und wie wir sie in den Griff bekommen.
Wir haben Grundsteinlegung und Richtfest für das neue Seniorenheim „Haus Lydia“ an der Hauptstraße gefeiert. An dieser Stelle auch schon mal ein kleiner Ausblick auf 2012. Mit Fertigstellung ist im Frühsommer dieses Jahres zu rechnen. Emmerthal wird dann über 40 weitere Heimplätze und vor allem auch über 40 neue Arbeitsplätze verfügen. Vielen Dank an die Upmeier GmbH mit den Herren Upmeier und Nawoidnik an der Spitze für ihr Engagement hier in Emmerthal und Ihren unternehmerischen Mut.
Beheizt wird das Haus Lydia mit Wärme aus einem neu erbauten Holzheizwerk, das von der Naturwärme Emmerthal GmbH betrieben wird. Das Holzheizwerk hat eine Leistung von 500 kw und wird weitere Gebäude mit Wärme versorgen. In einer weiteren Ausbaustufe wird eine Verfünffachung der Leistung geplant. Dieses Holzheizwerk ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Energiewende in Emmerthal. Mit dem Holzheizwerk werden bereits in der ersten Ausbaustufe ca. 300 Tonnen co² jährlich eingespart und es wird regionale Wertschöpfung par excellence betrieben. Dadurch, dass die Naturwärme Emmerthal ihren Firmensitz in Emmerthal genommen hat, wird auch das Steuersäckel der Gemeinde hiervon profitieren.
Ein weiterer energiepolitischer Meilenstein und Leuchtturmprojekt für interkommunale Zusammenarbeit war die Entscheidung zur Gründung einer Netzgesellschaft zusammen mit den Flecken Aerzen, Coppenbrügge und Salzhemmendorf sowie den Stadtwerken Hameln als strategischen Partner. Gemeinsam werden wir die Stromnetze von E.ON Westfalen-Weser erwerben und ihr heimischer Netzbetreiber werden. Mit einer Netzübernahme ist, wenn alles gut läuft, zum 01.01.2013 zu rechnen.
Eine Erfolgsstory ist auch die Aktion „Mach Dein Haus fit“ der Klimaschutzagentur gewesen. Fast 300 Haushalte aus Emmerthal haben das Beratungsangebot nach der gut besuchten Auftaktveranstaltung hier in der kleinen Kultur(n)halle angenommen. Erfahrungsgemäß ziehen die Beratungen auch entsprechende Maßnahmen nach sich. Gut fürs Klima und gut fürs heimische Handwerk.
Ein herausragendes Ereignis war im letzten Jahr die Inbetriebnahme des Bildungshauses in Kirchohsen. Durch die Fertigstellung des Verbindungselements zwischen der Grundschule Kirchohsen und der Kindertagesstätte Neue Straße ist auch eine räumliche Zusammenführung zumindest mit der Kita in der Neuen Straßen gelungen. Die räumlich nicht integrierbaren Kindertagesstätten Distelflecken und Grohnde sind in das Projekt natürlich mit eingebunden. Weitere Schritte werden folgen. Dazu später mehr.
Apropos Bildungshaus: Im Sommer letzten Jahres haben wir im Park vom Seniorenheim Haus Elise ein Musical unter dem Motto „Alle Kinder dieser Erde“ zugunsten unserer Bürgerstiftung durchgeführt. 130 Kinder aus Emmerthaler Kindertagesstätten und Grundschulen haben unter Begleitung des DRK- Generationenchores, der im letzten Jahr im übrigen den Integrationspreis des Kuratoriums zu Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen erhalten hat, aufgeführt. Dieses vom Musikpädagogen Wolfgang Schrade über ein halbes Jahr begleitete Projekt war ein Vorzeigeprojekt für Integration, Sprachförderung und musikalische Früherziehung.
Einen weiteren Preis heimste die Ortschaft Börry unter Federführung des neu gewählten Ortsbürgermeisters Rolf Keller beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ein. Ein zweiter Platz auf Kreisebene, der aufgrund des mathematisch kaum nachvollziehbaren Unterschiedes zum Gewinner eigentlich kein zweiter Platz war, war Lohn für dieses ehrenamtliche Engagement der Dorfgemeinschaft. Beim Dankeschönabend habe ich hierzu gesagt, dass man nicht eine Silbermedaille sondern eine Goldmedaille mit Silberrand gewonnen habe. Durch diese Platzierung hat Börry jetzt die Möglichkeit, auch am überregionalen Wettbewerb teilzunehmen. Hierfür alles Gute.
Auch das von mir im letzten Jahr hier vorgestellte Lesementoring-Projekt hat einen Preis gewonnen. Unter dem Motto „Bildung! Gleiche Chancen für alle!“ erhielten die Jugendlichen den Bürgerpreis der Bürgerstiftung der Sparkasse Weserbergland.
Ein weiteres herausragendes Ereignis war das 125-jährige Firmenjubiläum der Firma Dr. Paul Lohmann, einem bedeutenden Arbeitgeber und wirtschaftlichen Leistungsträger unserer Gemeinde. In unserer schnelllebigen Zeit ist ein solches Jubiläum eines mittelständischen Familienunternehmens keine Selbstverständlichkeit. Als Vertreter der politischen Gemeinde weiß ich dies sehr zu schätzen und wünsche der Firma Dr. Paul Lohmann für die Zukunft alles Gute.
Verabschieden müssen wir uns von dem langjährigen Leiter der Polizeistation Emmerthal, Herrn Polizeihauptkommissar Heinrich Binder. 16 Jahre lang hat er die Polizeistation hier in Emmerthal geleitet und tritt zum 31. Januar 2012 in den wohlverdienten Ruhestand.
Ich hätte den Rahmen des Neujahrsempfangs gerne genutzt, um ihn hier persönlich zu verabschieden. Aber er hat es vorgezogen, in den Urlaub zu fahren, was wir ihm natürlich gönnen.
Die offizielle Verabschiedungsfeier habe ich aber genutzt, um ihn für sein langjähriges Wirken in Emmerthal und die gute Zusammenarbeit zu danken. Bei dieser Verabschiedungsfeier wurde auch hervorgehoben, dass die Emmerthaler Polizeistation im Jahr 2011 eine außerordentlich gute Aufklärungsquote von 70 % hatte und dies ein hoher Maßstab für den heute hier erstmals anwesenden Nachfolger, Herrn Ralf Budde sei. Herr Budde seien Sie herzlich willkommen in Emmerthal. Für Ihre Arbeit wünschen wir Ihnen alles Gute. Jegliche Unterstützung der Gemeinde ist Ihnen sicher.
Ein besonderes Ereignis im abgelaufenen Jahr, sei es nun durch Vorbereitung und Durchführung seitens der Verwaltung oder als Beteiligter im Wahlkampf oder wie auch immer, war die Kommunalwahl. Ergebnis war, dass unser Landrat Rüdiger Butte in seinem Amt bestätigt wurde. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch und auf weitere gedeihliche und gute Zusammenarbeit. Die Ergebnisse für den Rat und die Ortsräte werde ich, wie Sie sicherlich verstehen können, nicht weiter kommentieren, aber an dieser Stelle allen Gewählten ebenfalls herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl. Ich glaube Sie alle wissen, dass die Ausübung eines kommunalpolitischen Ehrenamtes in Zeiten der angespannten finanziellen Haushaltslagen keinen überbordenden Spaßfaktor mit sich bringt. Gerade deshalb ist Ihnen für die Übernahme von Verantwortung in diesen Zeiten zu danken.
Nicht wieder angetreten sind einige kommunalpolitische Urgesteine, die wir in unserer politischen Arbeit sehr vermissen werden. Ich nenne hier exemplarisch Frau Edda Schönfeld ,Herrn Gisbert Jacobi, Herrn Wolfgang Jürgens, Herrn Ernst Nitschke sen. sowie Herrn Hans-Jürgen Strüver. Ihnen allen gebührt ebenso wie allen anderen, die sich in unseren kommunalen Parlamenten engagiert haben unser Dank für das langjährige Wirken zum Wohle der Gemeinde Emmerthal. Kurz nach Beginn der neuen Wahlperiode hat sich dann mit Herrn Karl-Wilhelm Steinmann ein weiteres kommunalpolitisches Urgestein aus dem Rat der Gemeinde Emmerthal verabschiedet. Die nicht vorhersehbaren aber sicherlich allgemein bekannten Gründe hierfür dürften bekannt sein. Herr Steinmann, ich werde Sie in unserer politischen Arbeit vermissen, habe für Ihre Gründe aber allergrößtes Verständnis und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute. Den Ihnen gebührenden Dank würde ich gerne in der kommenden Ratssitzung am 09. Februar aussprechen und hoffe, Sie zu dieser Ratssitzung begrüßen zu dürfen. Wenn das nicht möglich sein sollte, werde ich das an anderer Stelle nachholen.
Wir nutzen den Neujahrsempfang in Emmerthal gerne, um das ehrenamtliche Engagement zu würdigen und einige Ehrenamtler exemplarisch zu würdigen.
Gestatten Sie mir zu Beginn aber ein paar kritische Töne. Es nutzt uns überhaupt nichts, wenn alle Bundes- und Landespolitiker das Ehrenamt hochhalten und wir hier auf Ortsebene versuchen, das Wirken der ehrenamtlich Tätigen zu würdigen und zu unterstützen, wenn es immer wieder neue Gesetze und Verordnungen gibt, die eben dieses ehrenamtliche Engagement immer schwieriger machen. Als Beispiele seien hier zunehmende Restriktionen aus dem Hygiene- und Trinkwasserrecht zu nennen, ebenso wie z. B. das neue Niedersächsische Gaststättengesetz, dass die Durchführung von Veranstaltungen mit Verkauf weiter erschweren wird. Zunehmend schwieriger wird auch die Einhaltung der steuerlichen Vorschriften. Aus meiner Sicht ist es dringend erforderlich, dass die Rahmenbedingungen für die Ausübung des Ehrenamtes an diesen Stellen erleichtert und nicht zunehmend erschwert werden.
Wir hier vor Ort wissen aber, was wir an unseren Ehrenamtlern haben, wir wissen, dass ohne Sie der kommunale Brandschutz nicht aufrechtzuerhalten wäre, wir wissen, dass Sie durch Ihr Engagement in den verschiedensten Vereinen den Bürgerinnen und Bürgern und vor allem den Jugendlichen sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbieten oder in sozialen Organisationen wichtige sozialpolitische Aufgaben wahrnehmen. Ohne Sie alle wäre das Gemeinwesen wie wir es kennen nicht möglich.
Und genau deswegen nutzen wir den Neujahrsempfang gerne, um das besonders herauszustellen.
Quo vadis 2012?
Bereits beim letztjährigen Neujahrsempfang hatte ich auf die nicht absehbaren Unwägbarkeiten der europäischen Schuldenkrise hingewiesen. Leider hat sich im Laufe des Jahres 2011 herausgestellt, dass die europäischen Probleme größer sind als erwartet, was letztendlich auch zu einer Abschwächung der Konjunktur geführt hat, wobei sich die deutsche Konjunktur und der deutsche Arbeitsmarkt, als äußerst robust erweisen. Für 2012 prognostizierte Wachstumsraten zwischen 0,5 bis 1 % sind im europäischen Vergleich als gut zu bezeichnen. Jüngste Wirtschaftsdaten wie der IFO-Geschäftsklimaindex und das Verbrauchervertrauen machen Mut, dass Deutschland nicht in eine Rezession verfällt.
Es wird neben allen Rettungsschirmen jetzt aber auch Zeit, dass es endlich gelingt, internationale Werkzeuge zu entwickeln, die die Finanzbranche besser kontrollieren.
In Emmerthal wird es auch in diesem Jahr einige Großbaustellen geben. Da ist zum einen der geplante Neubau einer Halle für Systeme und Qualitätssicherung am Solarforschungsinstitut ISFH in Ohr. Baubeginn wird voraussichtlich im Sommer dieses Jahres mit geschätzten Baukosten von 1 Mio. Euro sein. Das ISFH hat jetzt ca. 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat damit seine Mitarbeiterzahl seit 2004 mehr als verdoppelt. Diese Maßnahme dient der Standortsicherung des Institutes.
Zum anderen werden wir die Hauptstraße in Emmern von der Abfahrt der B 83 bis zur Einmündung auf die Pyrmonter Straße sanieren. Wir werden hier zwischen 150.000 und 200.000 Euro in die Sanierung der Oberfläche investieren. Die Ausschreibungen hierzu sind angelaufen und die Maßnahme wird voraussichtlich über die Sommermonate durchgeführt werden können. Für die damit verbundenen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr bitte ich schon jetzt um Nachsicht.
Eine weitere große Maßnahme wird die Umstellung von ca. 600 Straßenlaternen auf die energieeffiziente LED-Technik sein. Die Investitionskosten betragen bei einer 40 %-igen Förderquote durch den Bund, über 500.000 Euro. Durch diese Förderung, die reduzierten Stromkosten (Einsparung ca. 130.000 kW/h) und geringere Wartungskosten wird sich diese Investition schnell amortisieren und langfristig zu einer Entlastung des Haushaltes beitragen. Sie trägt ebenfalls zu einer Reduzierung des Co²-Ausstoßes bei.
Da es ähnlich wie bei Glühlampen auch für die verbleibenden Straßenlaternen mit Quecksilberdampflampen ein Auslaufdatum gibt, werden wir auch die über 1.000 noch nicht umgestellten Straßenlaternen in den nächsten Jahren umzustellen haben. Wir werden hierfür ein Konzept aufstellen und die Fördermöglichkeiten weiter sehr genau beobachten, um kurzfristig reagieren zu können.
Des Weiteren werden wir in diesem Jahr endlich mit den Baumaßnahmen für das Bildungshaus Börry beginnen. Eigentlich sollten diese schon im letzten Jahr beginnen. Als aber durch genaue Kostenschätzungen des beauftragten Architekturbüros plötzlich eine Investitionssumme von ca. 1,9 Mio. Euro und mehr im Raum stand, war zunächst mal zu klären, wie dies finanziert werden kann.
Eine große Hilfe hierbei war die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Kleine Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“, in das wir als gemeinsames Netzwerk mit dem Flecken Aerzen aufgenommen worden sind. Nicht nur dass wir aus diesem Programm die Aufstellung eines interkommunalen Entwicklungskonzeptes gefördert bekommen. Nein, wir erhalten für das Vorzeigeprojekt in Börry für die Nutzung von kommunaler Infrastruktur in Zeiten des demografischen Wandels eine Förderung in Höhe von 600.000 Euro.
Damit ist unser Eigenanteil an der Maßnahme immer noch höher als ursprünglich geplant. Aber dadurch, dass wir notwendige umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an den Kita-Gebäuden in Esperde und Hajen einsparen und durch energetische Maßnahmen und die Zentralisierung in Börry Betriebskosten senken können, handelt es sich immer noch um eine rentierliche Investition.
Abgesehen davon handelt es sich um die Realisierung eines überregional beachteten innovativen Bildungs- und Betreuungskonzeptes. Insofern ist diese Maßnahme auch ein Baustein für die Stärkung des ländlichen Raumes.
Die Baumaßnahmen in Börry werden voraussichtlich im Frühsommer dieses Jahres beginnen und sich bis in den Sommer 2014 hinziehen.
Der nächste Schritt unseres Bildungshauskonzeptes wird die Ortschaft Amelgatzen betreffen. Hier möchte ich zum derzeitigen Zeitpunkt aufgrund der Erfahrungen aus Börry noch keine geschätzten Investitionskosten und auch noch keinen Zeitplan nennen. Wir werden dieses Thema aber in diesem Jahr weiter zu betreiben haben.
Deutlich wurde bei der Überprüfung der Gebäude in Esperde, Hajen und Börry aber auch wieder, dass in allen öffentlichen Gebäuden mittlerweile ein hoher Sanierungsstau zu verzeichnen ist.
Abgeschlossen wird in diesem Jahr auch die Erweiterung des Feuerwehrhauses um einen Raum für Dorfgemeinschaftszwecke in Welsede, auch dies ist eine Maßnahme zur Stärkung des ländlichen Raumes und wird zu 70 % aus EU- und Landkreismitteln gefördert.
Ein weiteres spannendes Projekt zur Stärkung des ländlichen Raumes ist das Dorfladenprojekt als Nachnutzung der Grundschule in Grohnde. Hier werden wir im Laufe dieses Jahres eine Machbarkeitsstudie, die wiederum zu 70 % gefördert wird, aufstellen. Ich hoffe, dass es hier bald zu einer Auftragserteilung kommen kann.
Zur Sicherstellung des Brandschutzes in Emmerthal befinden wir uns auch in der Beschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Schwerpunktwehr in Kirchohsen. Hier kommen Kosten in der Größenordnung von 250.000 Euro bei einer 30 %-igen Förderung auf uns zu.
Sie sehen, dass wir auch in diesem Jahr wieder eine lange Aufgabenliste haben, wobei es sich überwiegend um nicht verschiebbare Aufgaben handelt oder um Maßnahmen, die zur Haushaltskonsolidierung beitragen und unseren Standort stärken. Dabei achten wir verstärkt darauf, dass für diese Maßnahmen Fördermittel eingeworben werden können.
All diese Aufgaben können ohne engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht erledigt werden. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde und der Gemeindewerke für die gute und engagierte Mitarbeit bedanken und dazu motivieren, weiterhin an den zukünftigen großen Aufgaben engagiert und innovativ zu arbeiten.
Lassen Sie mich abschließend noch einen Blick auf die Gemeindefinanzen werfen. Nach vorsichtiger Schätzung des Jahresabschlusses 2011 wird unser Defizit wahrscheinlich ca. 1,5 Mio. Euro betragen und wir befinden uns damit in etwa in der Größe unserer Abschreibungen, d. h., dass es uns nach wie vor nicht gelingt, den Werteverzehr unseres Vermögens zu erwirtschaften. Ein ähnliches Defizit werden wir in unserem Ergebnishaushalt, in dem im Wesentlichen die Einnahmen und Ausgaben unseres laufenden Betriebes abgebildet werden, auch im Jahr 2012 haben. Bei freiwilligen Leistungen in der Größenordnung von 1,1 Mio. jährlich können Sie erkennen, dass wir selbst bei einem Verzicht auf diese Leistungen, in denen alleine eine Unterdeckung in der Größenordnung von 500.000 Euro für das Hallenbad enthalten ist, es selbst bei relativ guter Einnahmesituation wie in den Jahren 2011 und 12 es nicht gelingt, den Ergebnishaushalt auszugleichen. Es heißt aber auch, dass wir alle gemeinsam weiter an einer Konsolidierung unseres Haushaltes arbeiten müssen. Und wenn ich gemeinsam sage, dann meine ich die Verwaltung zusammen mit allen im Rat vertretenen Parteien, wobei ich an dieser Stelle anmerken möchte, dass die diesjährigen Haushaltsplanberatungen bisher sehr sachlich und einvernehmlich verlaufen sind. Ich hoffe, dass wir diesen Stil aufgreifen und verstetigen können, damit wir alle gemeinsam an der Lösung dieser Probleme arbeiten.
Letztlich möchte ich noch Ihre Aufmerksamkeit auf unser Kulturprogramm lenken. Es ist uns trotz aller finanziellen Probleme sowohl in 2011 als auch für 2012 wieder gelungen, ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen. Fast alle Veranstaltungen in 2011 waren ausverkauft, so dass sich das Kulturprogramm auch Dank vieler Sponsoren für die Gemeinde Emmerthal kostenneutral darstellte. Auch 2012 warten wieder hochkarätige, attraktive Angebote auf Sie. Wir starten am 11. Februar hier in der kleinen Kultur(n)halle mit dem aus Funk und Fernsehen bekannten und mit mehreren Preisen dekorierten Kabarettisten Frank Lüdeke. Ich würde mich freuen, Sie bei einer der Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.